

1157 |
Esicus de Burnenstede, ein Adliger aus dem Gefolge Albrechts I. des Bären (um 1100–1170), erhält nach Eroberung des Havellandes den Flecken als Lehen und benennt ihn nach seinem Geburtsort Burnstedt (= Dorf an einem Brunnen) bei Eisleben im Harz. |
1304 | Erste Erwähnung von „Bornstede“ in einer Urkunde, nach der
die Gebrüder Hans, Arndt und Peter von der Gröben die von ihrem Vater ererbte Lehmgrube (jetzt Neptun-Grotte von Sanssouci) „am Rande Bornstedes“ gelegen, an „die biderben Leute, Rathmänner und Burger zu Potstamp“ verkaufen. |
1323 | Herzog Rudolph von Sachsen verkauft die Insel Potsdam mit ihren Dörfern an das Domkapitel zu Brandenburg. |
um 1330 | Erwerb des Dorfes durch die Familie von der Gröben (aus Sachsen) mit riesigen Ländereien von 17 Hufen (1 Hufe = 20–40 Morgen), Errichtung des Rittergutes. |
1580 | Erste Kirche in Bornstedt, die von der Familie von der Gröben gebaut wird. |
1631 | Durch die Pest sterben in Bornstedt 53 Menschen. Große Not während des 30-jährigen Krieges. |
1664 | Verkauf des Rittergutes an den Großen Kurfürsten für 17.800 Taler. |
1683 | Der Große Kurfürst (1620-1688) will die "Herrschaft Potsdam"
zu einem Gesamtkunstwerk umgestalten. |
1689 | Neben dem Herrenhaus wird eine Bierbrauerei angelegt mit einem "vortrefflichen Braunbier", später entstand auch eine Brennerei. |
1724 | Auf Anforderung Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) wird das
Gut dem Direktorium des Waisenhauses unterstellt. |
1727 | Anlage des Bornstedter Hopfengartens südlich des heutigen Drachenberges. |
1789–1791 | Restaurierung des alten Amtshauses (Herrenhauses) durch den Landbaumeister Keferstein. |
1802 | Das Gut verliert seine Selbständigkeit und wird dem
landesherrlichen Amt Potsdam wieder unterstellt. Besitzer bleibt weiterhin das Militärwaisenhaus, das es an den Generalpächter Oberamtmann Kähne aus Petzow unterverpachtet. |
1827 | Aufgabe des Bornstedter Hopfengartens auf Betreiben Peter Joseph Lennés (1789–1866), um die königlichen Parkanlagen zu erweitern; erster " Verschönerungsplan" Lennés für Bornstedt. |
1841 | Endgültige Aufgabe der Brauerei und Brennerei, seit der Zeit des Großen Kurfürsten Haupterwerb des Gutes Bornstedt. Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) erwirbt das Amt Bornstedt und überweist es an den Kronfideikommiß. |
1842 | Zweiter Plan Lennés zur Verschönerung der Insel Potsdam. |
1846 | Ein Brand zerstört das gesamte alte Krongut, lediglich ein Teil des Amtshauses (Herrenhauses) bleibt erhalten. |
1846–1848 | Wiederaufbau des Krongutes im italienischen Landhausstil durch Johann Heinrich Haeberlin (1799–1866). |
1867 | Das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm (1831–1888) und seine englische Gemahlin Victoria (1840–1901) übernehmen und bewirtschaften das Gut als "Naturalbesitz und zum Nießbrauch" und machen es zu einem Mustergut. Sie betreiben hauptsächlich Milchwirtschaft und Hühnerzucht. |
1875 | Neugestaltung des Gartens durch Emil Sello (1816–1893); ein sogenannter "Farmgarten" nach englischem Vorbild entsteht. |
1881–1882 | Umbau des Herrenhauses für einen besseren Wohnkomfort.
Ebenso Modernisierung und Erweiterung der alten Schäferei und des Deputantenhofes. |
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1888 | 1888 Tod Kaiser Friedrich III., sein Sohn Wilhelm II. (1859–1941) wird Deutscher Kaiser. |
1889 | 1889 Kaiserin Victoria zieht nach Kronberg/Taunus. |
1901 | Prinzessin Feodora (1874-1910), jüngste Schwester der Kaiserin Auguste-Victoria (1858-1921), zieht in das Krongut ein. Sie entwickelt Bornstedt zu einem Künstlerhof mit Schriftstellern, literarischen Zirkeln und Malern. Nach ihrem Tode bleibt das Gut zunächst unbewohnt. |
1918 | Abdankung Wilhelms II.: Das Krongut wird Bestandteil des Reichswehrfiskus, der die Interessen der Hofkammer wahrnimmt. |
1927 | Das Gutshaus wird in ein Vier-Familien-Haus umgebaut, das
Dach zur Gartenseite hin um ein halbes Geschoss erhöht - die Arkaden der Galerie über der Zufahrt zum Hof werden zugemauert. |
1950 | Kronprinz Wilhelm von Preußen (1882–1951) ist letzter
Eigentümer des Gutes. Der Besitz wird enteignet und später vom Land Brandenburg übernommen. Das Gebäude wird aufgeteilt und mit verschiedenen Nutzungen belegt. Bürogebäude und Schuppen werden gebaut, die den ehemaligen Reiz des Ensembles völlig zerstören. |
1999 | 1999 Restaurierung und Sanierung des "Krongut Bornstedt" |
2002 | 1. Juni, Eröffnungsfest des Krongutes im Jahr der Romantik |
